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An den Ufern
der Poesie

Infos zum Programm

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Theatraler Parcours mit dem Theater Willy Praml in Bacharach

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Sa 10. August / Sa. 17. & So. 18. August

jeweils 15:30 Uhr bis ca. 20:00 Uhr

Start in der Wernerkapelle Bacharach

Mit Heinrich Heine, dem deutschen und jüdischen Dichter von europäischem Rang, dem Romantiker und Gegner der Romantik in einem im Gepäck machen wir uns auf den Weg, das mittelalterliche Städtchen Bacharach wandernd zu erforschen. Heines Erzählung DER RABBI VON BACHARACH ist der rote Faden unseres theatralen Parcours und wird flankiert von weiteren Texten und Textfragmenten, die um das Leben eines überzeugten Europäers erster Stunde kreisen.
„Unterhalb des Rheingaus, wo die Ufer des Stromes ihre lachende Miene verlieren, Berg und Felsen, mit ihren abenteuerlichen Burgruinen, sich trotziger gebärden, und eine wildere, ernstere Herrlichkeit emporsteigt, dort liegt, wie eine schaurige Sage der Vorzeit, die finstere, uralte Stadt Bacharach ... Diese Mauern waren einst stolz und stark, und in diesen Gassen bewegte sich frisches, freies Leben, Macht und Pracht, Lust und Leid, viel Liebe und viel Haß.“

REGIE Willy Praml / TEXTFASSUNG, DRAMATURGIE, RÄUME Michael Weber / KOSTÜME Paula Kern /
DARSTELLER/INNEN Reinhold Behling, Jakob Gail, Gabriele Graf, Birgit Heuser, Ruth Klapperich, Ibrahim Mahmoud, Sam Michelson, Karl-Heinz Schleis, Claudio Vilardo, Michael Weber /
MUSIKER Markus Rölz, Jakob Rullhusen, Sascha Wild /
CHOR Heinrich Heine Chor Frankfurt


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So 11. August 12:00 Uhr - 14:00 Uhr

Matinee mit einem der schönsten Ausblicke auf das Rheintal

im Garten des Günderode Filmhauses, Siebenjungfrauenblick, Oberwesel (Eintritt frei)

Die Rheinromantik ist der Markenkern der Tourismuswerbung. Mit Recht! Auf Schiffen und in Bussen, in Autokarawanen und vollbesetzten Zügen strömen wir von Ostern bis Oktober ins Mittelrheintal, von wegen der Romantik: Reisende ins geträumte Gestern der Burgen und Türmchen und Weinbergidyllen – zum Soundtrack vom Märchen aus uralten Zeiten. Und die verödeten Schaufenster? Die verarmten Häuserzeilen an den Verkehrsadern des Tales? Der Bevölkerungsschwund weg vom ratternden Lärm der Güterzüge? Die Flucht der Jungen in die Städte?

Unser Festival sondiert in den Tiefenschichten der mit der Welterbe-Region verknüpften Romantik und will zu einer Erinnerungskultur der Region beitragen: Mit dem „Rabbi von Bacharach“ nehmen wir in diesem Jahr schon zum dritten Mal Heinrich Heines hier angesiedelte jüdische Geschichtserzählung auf und mit Kleist, Lenz, Schubert, Büchner, E.T.A. Hoffmann und der in diesem Jahr besonders gewürdigten Karoline von Günderrode bringen wir Dichterinnen, Dramatiker und Komponisten aus der Romantik und ihrem Umfeld, die zur unglücklichsten Generation der deutschen Geschichte gehören, ins Mittelrheintal.
„Die Literatur der Deutschen als ein Schlachtfeld – auch das wäre eine Weise, sie zu betrachten“.(Christa Wolf)

Das Podium stellt sich der Frage: Welche „Romantik“ und welcher künstlerische Zugang zur Romantik kann die Selbstbeschreibung des Welterbe-Tales befruchten? Und wie begegnen wir der marktgängigen Verkitschung und Verniedlichung dieser Tiefenschicht unseres kulturellen Gedächtnisses zum Tourismus-Trash?

GÄSTE:
Prof. Jürgen Hardeck (Kultursommer Rld-Pfalz)
Dr. Konrad Heumann (Deutsches Romantik-Museum)
Willy Praml (Festival-Leitung),
Prof. Wolfgang Schneider (Kulturpolitikforscher Uni Hildesheim)
N.N., VertreterIn aus der Region
MODERATION:
Prof. Dieter Kramer (Ethnologe, Kulturwissenschaftler)


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So. 11. August 19:30 Uhr - 21:30 Uhr

im Hilchenhaus in Lorch

„Der goldene Topf“, E. T. A. Hoffmanns 1814 erschienener Märchenroman, gilt als Höhepunkt romantischer Erzählkunst. Virtuos spielt er mit den Ebenen einer phantastischen Traumwelt und einer gutbürgerlich-spießigen Realität . Der Weg des Studenten Anselmus von Dresden nach Atlantis dürfte auch am Rhein seinen phantasievoll-humoristischen Widerhall finden.

Michael Quast wird beim Erzählen begleitet von Bruno Kliegl, einem der wenigen Glasharmonikaspieler Europas.

DARSTELLER Michael Quast / MUSIKER Bruno Kliegl
Eine Produktion von DIE FLIEGENDE VOLKSBÜHNE, Frankfurt am Main


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Fr. 16. August und Sa. 24.August

19:30 Uhr - 21:00 Uhr

im Jugendheim in Oberwesel

Ein Paar am Abgrund:
Karoline von Günderrode und Heinrich von Kleist, eine Dichterin und ein Dichter.
Eine Jahrhundertbegegnung, die es nie gegeben hat. Christa Wolf hat sie beschrieben: Kein Ort. Nirgends.
Zwei Menschen, die – während die anderen den Anbruch eines neuen Zeitalters, des Zeitalters der Vernunft, der Wissenschaft, des Fortschritts, der Freiheit und Gerechtigkeit feiern – die Abgründe in sich selbst entdecken, die schwindelerregende Leere des Nichts. Sie suchen Halt aneinander und finden sich in einem Augenblick von Wahrheit, Irrsinn, Liebe, Lachen.

Morbide Kulisse dafür ist das Jugendheim in Oberwesel – ein Ort, den man fast als verwunschen bezeichnen kann; und der doch durch die Beherbergung vieler Vereine ein ganz lebendiger Raum in Oberwesel ist.

REGIE Reinhard Hinzpeter / BÜHNE Gerd Friedrich / DARSTELLER/IN Bettina Kaminski, Adrian Scherschel
Eine Produktion von FREIES SCHAUSPIEL ENSEMBLE, Frankfurt am Main


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Fr. 23. August in Lorch

Start 19:00 Uhr Kirche St. Martin Lorch

So. 25. August und Do. 29. August in Kaub

Start 19:00 Uhr Evangelische Kirche Kaub

Kennen Sie die Orte am Rhein, wo es sich am schönsten sterben lässt?
Der Brexit-fliehende Schotte Graham F.Valentine führt Sie mit dem Liederzyklus „Die schöne Müllerin“ von Franz Schubert an seine Lieblings(sterbe)Orte in Lorch und Kaub.
Begleitet wird er dabei von zwei Musikern und dem Schauspieler Muawia Harb, den es aus Damaskus ins Mittelrheintal verschlagen hat:
weil es hier Städte wie Bacharach, Lorch und Kaub gibt, die mehr arabisch als deutsch klingen.

REGIE Willy Praml
MUSIKALISCHE LEITUNG, ORGEL und KLAVIER
Leonhard Dering
AKKORDEON Mathias Matzke
GESANG Graham F. Valentine
DOPPELGÄNGER Muawia Harb


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So. 25.August in Niederheimbach

Start: 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr
Start im Hof der Heimburg Niederheimbach
Abschluss in der katholischen Pfarrkirche

Was passiert, wenn sich der Heinrich Heine Chor mit Liedern von Schumann bis Bob Dylan, Marcus Plath mit Texten von Heinrich Heine und Gregor Praml mit Bass und LoopMachine im Hof der Heimburg in Niederheimbach treffen?
Wir können Ihnen zumindest garantieren, dass Sie an diesem Sonntagnachmittag statt der üblichen Schwarzwälderkirschtorte „In Honig getauchten Schmerz“ (H. Heine) genießen können.

GESANG Heinrich Heine Chor Frankfurt
BASS & LOOPMACHINE Gregor Praml
REZITATION Marcus Plath


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Fr. 30. und Sa. 31. August

19:30 Uhr - 21::00 Uhr

VIA-Halle Bacharach

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BÜCHNER hat in seinem LENZ einen schonungslosen Bericht gegeben
von einem Heimatlosen – unbehaust in der Welt und im eigenen Leib,
von einem, der mit offenen Wunden in der Welt herumirrt.
Verschnitten ist die dramatisierte Erzählung mit Liedern aus SCHUBERTs berühmten Liederzyklus DIE SCHÖNE MÜLLERIN, die einen ähnlichen Seelenzustand beschreiben: Die Stimme des verzweifelt wandernden Müllergesellen, der die Liebe sucht, und den Tod findet.

Die Verbindung der Musik Schuberts, in der Neubearbeitung des italienischen Komponisten Alberto Mompellio, klingt wie ein Echo der Sprachgewalten des Büchnerschen LENZ.

Grandios auch die Kulisse für diese Inszenierung: die ehemalige Sektkellerei Geiling, von der aus die Firma VIA heute die Welt mit erlesenen Fliesen beliefert.

REGIE Willy Praml
DARSTELLER Michael Weber
TÄNZER Andreas Bach
GESANG Jakob Gail
MUSIKER Akkordeon & Bass


Bacchanale

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Dichter & Schauspieler & Solisten & Chöre & Musikkapellen & Ensembles aus der Region in Höfen, Schaufenstern, Wohnzimmern, Imbissbuden, Friseurläden und auf der Gass

So. 1.September ab 16:00 Uhr

in der Oberstraße in Bacharach

ab 18:00 Uhr Schlussakkord im Rathaushof

EINTRITT FREI

Und zum Schluss das Ende! Natürlich ein Fest – aber ein außergewöhnliches.
Spazieren Sie, kulinarisch versorgt, durch Bacharachs „Obergasse“.
Hier begegnen Ihnen echte und gefälschte Mittelrheintaler in Höfen, Schaufenstern, Wohnzimmern, Imbißbuden, Friseurläden oder auf Tischen einfach auf der Gass´ –
erzählen Ihnen Lebensgeschichten, schwärmen und fluchen über das Leben am Rhein –
singen im Chor oder allein –
lesen, tanzen, stellen Kunstwerke aus –
blasen Blech –
stoßen mit Ihnen an.
An allen Ecken und Enden.


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